ISE 2026 – Messebericht aus unserer Sicht

Mit der neuen LG-Distribution per Anfang 2026 gingen wir ursprünglich davon aus, dass die ISE für uns etwas ruhiger verlaufen würde. Diese Annahme relativierte sich jedoch schnell: Der Terminkalender füllte sich rasch, und die Messetage zeigten einmal mehr, wie relevant der persönliche Austausch trotz strategischer Konsolidierung bleibt.

Die Integrated Systems Europe bestätigte erneut ihre Rolle als zentraler Branchentreffpunkt. Besonders auffällig war die starke Präsenz aus der Schweiz. Gespräche mit Lieferanten, Partnern und Kunden liessen sich effizient bündeln – für Beziehungsaufbau und Pflege war die Messe auch 2026 ein voller Erfolg.

Inhaltlich bestätigten sich mehrere bekannte Trends. Digital Signage gewinnt weiter an Gewicht, wobei sich der Fokus klar von Einzelprodukten hin zu integrierten Lösungen verschiebt. Software, Systemintegration und Betrieb rücken zunehmend in den Vordergrund – ein Bild, das auch durch Branchenberichte gestützt wird.

Ein persönliches Highlight war für uns einmal mehr der Stand von Nexmosphere, der mit praxisnahen Use-Cases und neuen Sensoransätzen überzeugte und zeigte, wie wichtig kontextbezogene Interaktion für moderne Signage-Konzepte geworden ist.

Bei den anhaltenden Technologietrends bleibt Green Signage / ePaper präsent, jedoch mit spürbarer Zurückhaltung seitens der Hersteller. Grössere Innovationssprünge blieben aus – Ausnahmen bilden erste autarke ePaper-Ansätze mit Solar-Unterstützung sowie neue ePaper-Modelle von LG. Aus unserer Sicht fehlt aktuell noch eine ausgereifte Hardware-Management-Lösung, insbesondere zur Überwachung von Akku- und Gerätezuständen. Erst mit dieser Transparenz wird ePaper wirklich skalier- und projekttauglich.

Parallel dazu wurde deutlich, dass Software und Remote-Management weiter an Bedeutung gewinnen. Der Anspruch entwickelt sich klar in Richtung 360-Grad-Remote-Management, um Supportfälle möglichst vollständig remote lösen zu können und den Betrieb komplexer Installationen nachhaltig zu vereinfachen.

BrightSign – Plattform statt Produktfokus

BrightSign nutzte die ISE 2026, um seine Rolle als Plattformanbieter weiter zu schärfen. Gezeigt wurden erste Komponenten der neuen Series 6, konkret die HD- und XD-Player sowie das XS-Board. Die übrigen Player sind aktuell noch in der Series 5 verfügbar und werden in den kommenden Monaten schrittweise durch Series-6-Modelle ersetzt – ein bewusst kontrollierter Übergang.

Zentral bleibt die klare Ausrichtung auf CMS-Partnerschaften. BrightSign positioniert sich konsequent als stabile Hardware- und OS-Basis und vermeidet bewusst eine Konkurrenz zu CMS-Anbietern. Dieses Plattformdenken zieht sich durch das gesamte Ökosystem.

Parallel dazu baut BrightSign seine Hardware-Partnerschaften aus. Neben bestehenden Integrationen mit Bluefin und XPO Screens kommt neu ein Sharp NEC Display Solutions-SDM-Modul hinzu. Damit wird BrightSign zunehmend als Embedded-Plattform positioniert und die Komplexität bei Installation und Betrieb weiter reduziert.

Technologisch besonders relevant ist der integrierte AI-Prozessor (NPU) in der Series 6, der die Basis für KI-gestützte Edge-Anwendungen wie Personen- oder Kontextanalysen schafft – ein wichtiger Schritt in Richtung datengetriebener Signage-Lösungen.

SpinetiX – Konsequente Ökosystem-Strategie

SpinetiX blieb auf der ISE 2026 seiner klaren Linie treu und unterstrich die Positionierung als Ökosystem-Anbieter aus Hardware und Software. Im Zentrum stehen weiterhin die stabilen und zuverlässigen Player, ergänzt durch ein klar strukturiertes Software-Portfolio. Mit Elementi stellt SpinetiX Integratoren ein ausgesprochen leistungsfähiges Werkzeug zur Verfügung, das weit über klassisches Content-Management hinausgeht. Über den integrierten API-Builder lassen sich externe Datenquellen – etwa Power-BI-Daten oder kundenspezifische Schnittstellen – einbinden und zu individuellen Widgets und Logiken weiterverarbeiten.

Abgerundet wird das System durch ARYA als bewusst einfach gehaltenes Endkundentool. Besonders hervorzuheben ist der integrierte Support-Chat, über den Endkunden direkt mit SpinetiX-Mitarbeitenden in Kontakt treten können. Viele Rückfragen und Probleme lassen sich so direkt beim Hersteller klären, was den Support-Aufwand auf Integratorenseite spürbar reduziert. 

Einmal mehr demonstrierte SpinetiX auf eindrückliche Weise das Zusammenspiel mit Partnern wie Bluefin und Q-SYS. Über das Q-SYS-Kontrollpanel liessen sich die Inhalte auf allen Displays des Messestands zentral wechseln und gezielt mit persönlichen Inhalten ergänzen. Ergänzend zeigte ein SpinetiX-built-in-Bluefin-Display, wie sich auf zwei Screens flexibel zwischen unterschiedlichen Use-Cases hin- und herwechseln lässt. Die Demos verdeutlichten anschaulich, wie sich das SpinetiX-Ökosystem in bestehende Systemlandschaften integrieren lässt und dabei ein hohes Mass an Kontrolle und Flexibilität bietet.

connectsignage – Reifephase mit klarem Produktfokus

connectsignage trat auf der ISE 2026 erstmals mit einem eigenen Messestand auf – und dieser war sichtbar gut durchdacht und professionell umgesetzt. Der Auftritt unterstrich, dass connectsignage im vergangenen Jahr deutlich gewachsen ist und inzwischen auch organisatorisch den nächsten Schritt gemacht hat. Dies zeigte sich unter anderem daran, dass neu eine Produktmanagerin an Bord ist, was sich direkt in der Produktentwicklung widerspiegelt.

Am Stand wurde eine leicht optimierte CMS-Oberfläche gezeigt, die in Details weiter verfeinert wurde und insgesamt strukturierter und aufgeräumter wirkt. Noch spannender waren jedoch die Gespräche über geplante Erweiterungen und Optimierungen, die sich aktuell in der Pipeline befinden. Diese reichen von funktionalen Verbesserungen bis hin zu gezielten Weiterentwicklungen für konkrete Anwendungsfälle und bestätigen, dass connectsignage nicht nur wächst, sondern das Produkt auch strategisch und nachhaltig weiterentwickelt.

LG Electronics – Breite B2B-Strategie mit klarer Weiterentwicklung

LG präsentierte sich auf der ISE 2026 mit einem sehr breiten B2B-Portfolio und setzte dabei weniger auf einzelne Leuchtturmprodukte als auf konsequente Weiterentwicklungen über mehrere Technologiebereiche hinweg. Besonders sichtbar war der Fokus auf LED-Lösungen, bei denen LG sowohl auf der Hardware- als auch auf der Software-Seite investiert. Neue Tools für Justage und Betrieb sowie die nächste Generation der Magnitude-LED-Serie unterstreichen den Anspruch, LED-Installationen servicefreundlicher und betriebssicherer zu machen.

Im Bereich Green Signage zeigte LG mit einem neuen 32″-ePaper-Display einen der aktuell spannendsten Ansätze am Markt. Features wie Wireless Charging, eine deutlich erhöhte Akkuleistung und flexible Montagemöglichkeiten machen ePaper für erste reale Projekte greifbarer, auch wenn – wie branchenweit – das Thema Hardware-Monitoring noch nicht vollständig gelöst ist. Ergänzt wurde der Auftritt durch transparente OLEDs in 55″ und 32″, die neue gestalterische Freiheiten für Retail- und Erlebnisräume eröffnen.

Für uns war die ISE 2026 zudem die erste Messe in unserer neuen Rolle als offizieller LG-Distributor seit Anfang 2026. Umso mehr freuen wir uns auf die zukünftige Zusammenarbeit und darauf, die LG-Lösungen gemeinsam mit unseren Partnern erfolgreich in Projekten umzusetzen. Insgesamt bestätigte sich für uns, dass LG nicht nur in der Breite überzeugt, sondern auch gezielt an den Themen arbeitet, die für den langfristigen Betrieb und die Skalierung von Digital-Signage-Lösungen entscheidend sind.

Nexmosphere – Interaktion, Kontext und Remote-Fähigkeit

Nexmosphere war für uns auch an der ISE 2026 eines der klaren Highlights und zeigte eindrücklich, wie Sensorik als integraler Bestandteil moderner Signage-Systeme eingesetzt werden kann. Besonders spannend war der neue LiDAR-Sensor mit bis zu 10 m Reichweite, der in Kombination mit einem bestehenden 5-m-LiDAR-Sensor genutzt wurde, um eine LED-Wand interaktiv zu steuern. Inhalte reagierten damit präzise auf Bewegung und Distanz – ein sehr anschauliches Beispiel für skalierbare Interaktionskonzepte.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf NEO, das bereits zum zweiten Mal präsentiert wurde und sich klar in den Trend zu 360-Grad-Remote-Control einordnet. Nexmosphere zeigte eine Vielzahl an NEO-Use-Cases, die verdeutlichten, wie sich Sensorik, Logik und Fernwartung zu einer ganzheitlichen Lösung verbinden lassen. Erstmals wurden die Anwendungen dabei mit verschiedenen CMS-Partnern umgesetzt, was die Offenheit und Integrationsfähigkeit der Plattform zusätzlich unterstrich.

Dass die interaktiven Demos auch im Detail funktionierten, zeigte sich nicht zuletzt daran, dass Plüschtiere und Schokolade auf dem Stand gut vor allzu neugierigen Händen geschützt werden mussten – ein sympathischer Beweis dafür, dass die Sensorik zuverlässig ihren Dienst tat.

Weitere Marken – gezielte Ergänzungen im Portfolio

Neben unseren Fokusbrands bot die ISE 2026 auch bei weiteren Herstellern aus unserem Sortiment spannende Einblicke und bestätigte deren Rolle als wichtige Bausteine für spezifische Projektanforderungen.

iiyama präsentierte sich dieses Jahr ausgesprochen innovativ und deutlich breiter aufgestellt als in früheren Jahren. Neben neuen High-Brightness-Displays, erweiterten Stretch-Formaten und PoE-fähigen Lösungen zeigte iiyama erstmals auch eine All-in-One-LED-Lösung, die den Einstieg in kompakte LED-Installationen vereinfacht. Insgesamt wurde sichtbar, dass iiyama nicht nur für solide Display-Technik steht, sondern gezielt neue Produktkategorien erschliesst.

Hagor unterstrich einmal mehr die Bedeutung von hochwertiger mechanischer Infrastruktur. Neue Outdoor-Stelen «Made in Germany» inklusive Remote-Management sowie bewährte Halterungs- und Liftlösungen zeigten, dass Montage, Servicefreundlichkeit und Langlebigkeit weiterhin zentrale Erfolgsfaktoren für Digital-Signage-Projekte sind.

Mit Bluefin wurde erneut deutlich, wie wichtig spezialisierte Hardware für integrierte Signage-Lösungen ist. Die enge Verzahnung von professionellen Displays mit direkt integrierter Player-Technologie ermöglicht kompakte, elegante Systeme, die sich besonders für Retail- und Experience-Anwendungen eignen und Installations- sowie Betriebsaufwand reduzieren.

Ochno ergänzt unser Portfolio im Bereich Meetingroom- und UC-Infrastruktur. Der Fokus liegt auf einem konsequenten USB-C-„One-Cable“-Ansatz, mit dem Präsentieren, Peripherie-Anbindung und gleichzeitiges Laden über eine einzige Verbindung möglich werden. Ergänzt durch passende Room- und Power-Hubs sowie cloudbasiertes Management adressiert Ochno insbesondere grössere Rollouts und vereinfacht den Betrieb moderner Besprechungsräume erheblich.

Insgesamt bestätigte sich, dass diese Marken unser Sortiment nicht nur ergänzen, sondern gezielt funktionale, innovative und praxisnahe Bausteine liefern, um unterschiedlichste Digital-Signage- und Collaboration-Projekte effizient umzusetzen.

Gesamtfazit

Die ISE 2026 hat deutlich gezeigt, dass sich der Digital-Signage- und Pro-AV-Markt in einer Phase der Reife und Konsolidierung befindet. Der Fokus liegt weniger auf spektakulären Einzelprodukten, sondern zunehmend auf stabilen, integrierten Systemen, die sich effizient betreiben, warten und skalieren lassen. Software, Remote-Management und die nahtlose Zusammenarbeit zwischen Hardware- und Software-Komponenten gewinnen dabei weiter an Bedeutung.

Unsere Fokusbrands spiegeln diese Entwicklung sehr gut wider: Plattform- und Ökosystem-Ansätze, klare Partnerstrategien sowie praxisnahe Erweiterungen standen im Mittelpunkt – sei es bei Playern, CMS, Sensorik, LED oder Meetingroom-Infrastruktur. Besonders positiv war zu sehen, dass viele Hersteller nicht nur neue Funktionen zeigen, sondern gezielt an Betriebssicherheit, Support-Entlastung und Integrationsfähigkeit arbeiten.

Für uns bestätigt die ISE 2026, dass die richtigen Grundlagen für kommende Projekte gelegt sind. Mit einem breit abgestützten, aber klar strukturierten Portfolio und starken Partnerschaften sind wir gut positioniert, um nachhaltige, zukunftsfähige Lösungen umzusetzen. Die Messe war damit weniger ein Ort der grossen Überraschungen, sondern vielmehr ein sehr wertvoller Realitätscheck – und genau das macht ihren Stellenwert für uns aus.